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Protokollversand

Beim Protokollversand werden Transaktionsprotokollsicherungen von einer Datenbank auf einer anderen Datenbankinstanz wiederhergestellt. SQL Server Agent Aufträge sorgen für die laufende Durchführung von Sicherungen, das Kopieren der Sicherungen auf die beteiligten Instanzen und die Wiederherstellung der Protokollsicherungen.
Dadurch erhalten weitere Instanzen – wenn auch mit einer zeitlichen Verzögerung – ein Abbild der Originaldatenbank.

Die Beteiligten

Beim Protokollversand fungiert eine Datenbank als primäre Datenbank; diese Datenbank wird auf einer oder mehreren sekundären Instanzen als sogenannte „sekundäre“ Datenbank wiederhergestellt.
Dabei bestimmt die Häufigkeit von Transaktionsprotokollsicherungen auf dem primären Server, wie aktuell der Datenstand auf den sekundären Servern ist.
Neben primärer und sekundärer Instanz kann zusätzlich auch noch ein Überwachungsserver definiert werden. Dieser Server kann alle Informationen über den Transaktionsprotokollversand zwischen Instanzen sammeln und im Fehlerfall Fehlerinformationen an einen Operator übermitteln.

Ablauf des Protokollversands

Beim Protokollversand werden die folgenden Schritte wiederholt ausgeführt:
  • Sichern des Transaktionsprotokolls auf dem primären Server auf eine Netzwerkfreigabe
  • Kopieren der Sicherungsdatei von der Netzwerkfreigabe in ein Verzeichnis auf dem sekundären Server
  • Wiederherstellen der Sicherungsdatei auf dem sekundären Server
Damit diese Schritte problemlos ausgeführt werden, sollten Sie die folgenden Vorbereitungen treffen, bevor Sie den Protokollversand konfigurieren:
  • Prüfen Sie, ob die Datenbanken, die mithilfe des Protokollversands kopiert werden sollen, im Wiederherstellungsmodell „Vollständig“ oder „Massenprotokolliert“ betrieben werden. Datenbanken, die unter dem einfachen Wiederherstellungsmodell laufen, können nicht am Protokollversand teilnehmen.
  • Prüfen Sie, unter welchen Konten der SQL Server Dienst und der SQL Server Agent Dienst auf dem primären und den sekundären Servern laufen.
  • Erstellen Sie eine Netzwerkfreigabe (nach Möglichkeit auf einem dritten Server) auf dem die Sicherungsdateien abgelegt werden können. Stellen Sie sicher, dass die Konten für SQL Server und SQL Server Agent auf dem primären Server über Schreib- und Leseberechtigungen auf dieses Verzeichnis verfügen. Das SQL Server Agent Konto auf den sekundären Servern benötigt Leseberechtigungen auf diesem Verzeichnis.
  • Erstellen Sie auf dem sekundären Server einen Ordner in den die Sicherungsdateien kopiert werden können. Das SQL Server Agent Konto auf dem sekundären Server muss eine Schreibberechtigung auf diesen Ordner besitzen. Anderen Konten sollte kein Zugriff auf diesen Ordner gewährt werden.
  • Deaktivieren Sie vor dem Konfigurieren des Protokollversands alle Aufträge und Wartungspläne, die eine Transaktionsprotokollsicherung für die zu versendende Datenbank auf dem primären Server enthalten.

Einrichten des Protokollversands

Wechseln Sie in den Dialog zur Konfiguration der Datenbankeigenschaften und wechseln Sie auf die Seite „Transaktionsprotokollversand“.
Aktivieren Sie die Option „Diese Datenbank als primäre Datenbank in einer Protokollversandkonfiguration aktivieren“.
Konfiguration des Protokollversands
Abbildung: Konfiguration des Protokollversands
Über die Schaltfläche „Sicherungseinstellungen“ im Bereich „Transaktionsprotokollsicherungen“ legen Sie fest, wie häufig eine Sicherung des Transaktionsprotokolls erfolgen soll und in welchem Ordner die Sicherungsdateien abgelegt werden sollen. Verwenden Sie als Zielordner nach Möglichkeit eine Netzwerkfreigabe auf einem dritten Server. Achten Sie darauf, dass auf dieser Freigabe genügend Speicherplatz für die Sicherung der Protokolle verfügbar ist.
Festlegen der Sicherungseinstellungen
        des Transaktionsprotokolls für die primäre Datenbank
Abbildung: Festlegen der Sicherungseinstellungen des Transaktionsprotokolls für die primäre Datenbank
Anschließend können Sie im Bereich „Sekundäre Serverinstanzen“ eine oder mehrere sekundäre Datenbanken festlegen. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Hinzufügen“, um eine neue Serverinstanz zu konfigurieren. Für jede Instanz müssen die folgenden Einstellungen getroffen werden:

Initialisierung

Sie können die vollständige Sicherung der Datenbank und das Wiederherstellen dieser Sicherung auf der sekundären Serverinstanz automatisch durchführen lassen. Falls Sie die Datenbank auf der sekundären Serverinstanz bereits wiederhergestellt haben, legen Sie die Option „Nein, die sekundäre Datenbank ist initialisiert“ fest.
Festlegen, auf welche
        Art die sekundäre Datenbank initialisiert wird
Abbildung: Festlegen, auf welche Art die sekundäre Datenbank initialisiert wird

Kopieren

Legen Sie fest, in welchen Zielordner auf dem sekundären Server die Sicherungsdateien kopiert werden sollen. Zusätzlich können Sie angeben, nach wie vielen Stunden diese Sicherungsdateien automatisch gelöscht werden können. Der Zeitplan für den Kopierauftrag sollte in etwa das gleiche Intervall wie die anderen Zeitpläne verwenden.
Festlegen des Zielordners
        auf der sekundären Instanz und Konfigurieren des Kopierauftrags
Abbildung: Festlegen des Zielordners auf der sekundären Instanz und Konfigurieren des Kopierauftrags

Wiederherstellen

Anschließend wird festgelegt, wie oft die Sicherungsdateien wiederhergestellt werden sollen. Dabei können Sie entscheiden, ob die Datenbank nachdem Wiederherstellen in den schreibgeschützten Modus versetzt wird, oder ob die Datenbank offline bleibt. Im schreibgeschützten Modus (Standby) können Anwender lesend auf die Daten zugreifen. Allerdings können keine weiteren Sicherungen eingespielt werden, solange Benutzer mit der Datenbank verbunden sind.
Festlegen der Optionen
        für die Wiederherstellung auf der sekundären Instanz und Konfiguration des Wiederherstellungsauftrags
Abbildung: Festlegen der Optionen für die Wiederherstellung auf der sekundären Instanz und Konfiguration des Wiederherstellungsauftrags
Wenn Sie die Einstellungen mit „OK“ bestätigen werden die entsprechenden Aufträge auf der primären und sekundären Datenbankinstanz erstellt. Auf der primären Datenbankinstanz werden der Auftrag zum Sichern des Transaktionsprotokolls und – falls kein Überwachungsserver angegeben wurde – auch der Auftrag zur Überwachung des Protokollversands eingerichtet.
Die eingerichteten Aufträge führen die folgenden Schritte wiederholt aus:
  1. Der SQL Server Agent auf der primären Instanz initiiert Transaktionsprotokollsicherungen der Datenbank „Westwind“. Die Sicherungsdateien werden in der Netzwerkfreigabe „SQLBackup$“ gespeichert.
  2. Der SQL Server Agent auf der sekundären Instanz kopiert die vorhandenen Dateien von der Netzwerkfreigabe „SQLBackup$“ in den lokalen Ordner „E:\Empfang“ auf dem sekundären Server.
  3. Der SQL Server Agent auf der sekundären Instanz startet die Wiederherstellung der kopierten Sicherungsdateien in der sekundären Datenbank „Westwind“. Die sekundäre Datenbank verbleibt im Status „wird wiederhergestellt“.
Beteiligte Komponenten
        am Protokollversand
Abbildung: Beteiligte Komponenten am Protokollversand
Auf den sekundären Datenbankinstanzen werden die Aufträge zum Kopieren der Sicherungsdateien von der Sicherungsfreigabe zum sekundären Server und für das Wiederherstellen der gespeicherten Transaktionsprotokolle aus diesen Dateien erstellt.
Der aktuelle Status des Protokollversands kann in SQL Server Management Studio über den Bericht „Transaktionsprotokoll Versandstatus“ auf Server-Ebene abgerufen werden. Einzelheiten zum Verlauf der Aufträge finden Sie im Management Studio unter dem Ordner „Aufträge“ des SQL Server Agents.
Leerraum

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